Haus Friedrichsruh: Alter Charme und neuer Glanz

Seit nunmehr über 100 Jahren steht das schmucke Backsteinhaus in Uthweiler an der Siegburger Straße. Es blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, in der mancherlei kurioses aus heutiger Sicht zum Vorschein kommt.

Haus_Friedrichsruh-6-Friedrich-BrandesPolizei-Inspektor Friedrich Brandes aus Wuppertal lies das Haus als sein Altersruhesitz im Jahre 1909 erbauen. Der Name „Haus Friedrichsruh“, der noch immer deutlich erkennbar ist und in liebevoller Erinnerung bleibt, zeugt vom Ruhesitz des Erbauers. Die aufwändigen Backstein-Verzierungen sowie der filigrane gemauerte Balkon deuten auf eine gehobene Stellung des ersten Besitzers hin. Nach seinem Tod erbte die Adoptivtochter Helene Rübhausen das Haus. Sie heiratete den Schneidermeister Werner Pickel und hieß fortan Helene Pickel. Über die Kriegsjahre ist nur wenig überliefert. Sicher ist nur, dass es eine ganz kleine Landwirtschaft gab, einen kleinen Hühner- und Schweinestall.

Das Haus wurde nach Zahlung einer Leibrente von der Familie Siegfried Gust übernommen. Das bedeutete, die Familie Gust zahlte den Eigentümern Pickel einen festen Rentenbeitrag bis zu deren Tod aus.

ZuHaus_Friedrichsruh-7-Bahnlinie-vrs-historischr Gründungszeit bis etwa 1960 war jedoch nicht wie heute die Siegburger Straße eine wichtige Verkehrsachse, sondern die Rhein-Sieg-Eisenbahn. Sie führte direkt hinter dem Haus entlang. Für heutige Verhältnisse unvorstellbar direkt, keine fünf Meter hinter dem Gebäude verliefen die Schienen und fuhr die Dampflock. Die heutige Eigentümerin, Frau Weber berichtete: „Bei der Übernahme des Hauses bekamen wir oft zu hören, es sei ein Bahnhof.“

1966 übernahm die Familie Matthias und Inge Weber geb. Gust das Anwesen. Seitdem wurde das Gebäude Schritt für Schritt umgebaut und modernisiert. Heizte man zunächst noch mit Kohleöfen, wurden diese zunächst durch einzelne Ölöfen ersetzt, bei denen das Öl noch per Hand nachgepumt werden musste. Die Familie tauschte zur Wärmedämmung die einfachverglasten Fenster. Ende der 1960er Jahre war es sehr schwer und unbezahlbar passgenaue Fenster für die geschwuHaus_Friedrichsruh-3ngenen Oberlichter zu erhalten. Daher wurden die geschwungenen Bögen zugemauert und Standartfenster eingesetzt (siehe Galerie). Anschließend wurde Stockwerk für Stockwerk neu ausgebaut. Unten wohnte die Familie Gust. Die beiden oberen Stockwerke wurden jeweils nach der Fertigstellung vermietet.

Absurde Stadtplanung

Nachdem die Bahn nicht mehr fuhr, wollte die Stadt Königswinter ca. 1978 einen Radweg auf den ehemaligen Gleisen bauen. Das hätte die Zerschneidung und öffentliche Nutzung des Grundstücks bedeutet, das hinter der ehemaligen Bahnstrecke bis an den Pleisbach reicht und auf dem – bis heute – eine eigene Versorgung mit Gemüse & Obst erfolgt. Die Familie Gust/ Weber wehrte sich gegen diese absurde Planung und kaufte den fehlenden Streifen für viel Geld von der Stadt. Gleichzeitig traten sie einen kleinen Grundstücksteil vor dem Haus ab, wo heute der Rad- und Fußweg direkt an der Siegburger Straße verläuft.

Heutzutage nicht mehr denkbar, aber damals durchaus üblich: Die Mieter der oberen Geschosse liefen in den 1970er und 1980er Jahren durch den Flurbereich der Familie, um in ihre Wohnungen auf der im Haus liegenden Treppe zu gelangen. Mitte der 1990er Jahre erfolgte nochmals ein großer Umbau. Aus dem dreigeschossigen Gebäude wurde ein Zweifamilienhaus, im Anbau fand ein Treppenhaus Platz, um die Wohnungen zu trennen. Optisch von außen gut erkennbar, erfolgte eine erneute Fenstersanierung mit originalgetreuen Nachbildungen von Flügelfenstern. Als freundliches Detail halten kleine Figuren die Fensterflügel an ihrem Platz.

3 Kommentare

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